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Wann kommt eine Umluftdecke zum Einsatz?

Die Umluftdecke kommt vor allem dort zum Einsatz, wo trotz geringem Frischluftanteil eine große Schutzzone benötigt wird. Die Lösung ist eine Mischung aus gereinigter Außenluft und gefilterter Umluft. Dabei wird die verbrauchte Raumluft abgesaugt (idealerweise in Bodennähe) und mit der Zuluft von außen gemischt. Wärmelasten, die durch Personal und technische Geräte entstehen, können durch das Mischkammersystem im Umluftmodul sinnvoll zur Temperierung der Luft eingesetzt werden.

Das System der Umluftdecke schafft durch seine turbulenzarme Verdrängungsströmung (TAV) eine stabile Schutzzone, die ein höchstes Maß an Sicherheit und Luftqualität bietet. Es schützt vor Kontamination durch luftgetragene Partikel und Keime und bietet damit höchste hygienische Bedingungen.

Klimasystem mit trockener Kühlung

Um die gewünschte Raumtemperatur und Feuchtigkeit sicherzustellen, werden Klimasysteme mit "trockener Kühlung“eingesetzt, die eine Kondensatbildung und damit ein erhöhtes Hygienerisiko in der Umluftdecke verhindern. Außerdem entsteht durch die Vermischung der kühleren Außenluft mit der wärmeren Umluft aus dem OP-Saal oder Reinraum ein angenehmes Klima auch ohne integriertem Kühlsystem.

Nach der Vermischung wird die Luft durch ein Filtersystem als Reinluft wieder in den Raum eingeblasen, für Gleichmäßigkeit des Luftstroms sorgen die endständig platzierten Geweberahmenelemente. Die abwärts gerichtete turbulenzarme Verdrängungsströmung erzeugt dabei die nötige Schutzzone.

Umluftdecke im OP

Das Haupteinsatzgebiet ist der Operationssaal, wo das Operationsfeld, das OP-Team, aber auch Instrumente und Implantate geschützt werden. Für das Durchführen sensibler Operationen (Hüft- bzw. Gelenksoperationen, Eingriffe mit Fremdkörperimplantaten, usw.) werden ebenfalls beste Bedingungen geschaffen. Aber nicht nur für den OP direkt, auch für Rüstzonen oder Aufwachräume sowie für den Pharmabereich (Herstellung von Arzneimittel) ist die TAV-Umluftdecke geeignet.

Die TAV-Umluftdecke wird kompakt als hochdichtes System in die Zwischendecke eingebaut. Die seitlich angeordneten Umluft-Deckenmodule führen die Raumluft direkt zur Druckkammer. Sollte dort kein Platz für Umluft-Deckenmodule sein, so kommen Umluft-Wandmodule zum Einsatz. Um auch mit geringem Frischluftanteil große OP-Deckenfelder versorgen zu können, werden energieeffiziente Umluftdecken mit integrierten Ventilatoren ausgestattet. Die gesamte Luftmenge wird über Hochleistungs-Schwebstofffilter steril als turbulenzarme Verdrängungsströmung in den OP-Schutzbereich eingeblasen, optional als Differenzialflow mit höherer Kern- und niedrigerer Randgeschwindigkeit.

Je nach Raumanforderungen werden verschiedene lufttechnische Komponenten oder deren Kombinationen gewählt, vielfach nach den Anforderungen der DIN 1946-4 (2018-09), die derzeit gültige Norm in Deutschland für Raumklasse H1a.
Für Reinräume mit Raumklasse H1a werden mit einer turbulenzarmen Verdrängungsströmung deutlich geringere Keim- und Partikelbelastungen im Operationsfeld und auf dem Instrumententisch erzielt als bei einer turbulenten Mischlüftung. Bei Räumen der Raumklasse H1b (für Operationen mit weniger hohem Infektionsrisiko) verdünnen Umluftgeräte die Keim- und Partikelkonzentration in der Luft durch Zufuhr von filtrierter Luft, die sich mit der kontaminierten Raumluft mischt.

Optional können die Umluftdecken mit LED-Hintergrundbeleuchtung, Medienbrücken und Anschlüssen für medizintechnische Geräte ausgestattet werden.