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Was versteht man unter einer TAV- oder Laminar Air Flow-Decke?

TAV ist die Bezeichnung für turbulenzarme Verdrängungsströmung, im Englischen „Laminar Air Flow“ genannt. Daher spricht man oft auch von einer Laminar-Air-Flow-Decke oder kurz LAF-Decke.

TAV-Decken werden vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt, um eine vorher definierte Schutzzone entsprechend der gewünschten Raumklasse zu erreichen. Aber auch in anderen Bereichen, bei denen ein Reinraum benötigt wird, kommt diese Art von OP-Lüftungsdecke zum Einsatz. Ziel ist immer, die Luft bestmöglich von gefährlichen Keimen und Partikeln zu befreien, eine stabile Schutzzone zu schaffen und die kontaminierte Luft gezielt abzuleiten.

Wie der Name „turbulenzarme Verdrängungsströmung“ schon sagt, wird der durch Filter gereinigte Luftstrom turbulenzarm, also möglichst ohne Verwirbelungen, in die Schutzzone geleitet und stellt damit in sensiblen Arbeitsbereichen wie einem OP reine Luft sicher. Die Luft wird im Schutzbereich selbst unweigerlich durch eine Vielzahl an Keimen oder Partikeln kontaminiert (z.B. durch das OP-Team, Mikroorganismen und Keime, Bakterien, …), daher ist eine sofortige, zielgerichtete Ableitung mittels Abwärtsströmung unbedingt notwendig.

Auch in Rüstzonen, auf Instrumententischen oder den Implantaten selbst muss Keimfreiheit herrschen und gewährleistet werden.

Wenn das gewünscht und sinnvoll ist, kann die Luft erneut durch eine mehrstufige Filtration gereinigt und mittels Umluftsystem der Schutzzone wieder zugeführt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn sehr große Luftmengen bereitgestellt werden müssen, beispielsweise bei großflächigen TAV-Decken, bei denen man auch unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten benötigt. Weiters kann ein vertikal abwärts gerichteter Luftstrom durch ein geeignetes Klimasystem auch entsprechend gekühlt werden (z.B. mittels Umluftkühlmoduleinheit). LED-Beleuchtungssysteme oder rundumlaufende Medienversorgungsbrücken können ebenfalls mit eingeplant werden.

Bei Systemen mit turbulenzarmer Verdrängungsströmung kommen vorwiegend HEPA-Filter (high efficiency particulate air filter, sogenannte Hochleistungs-Schwebstofffilter) oder ULPA-Filter (ultra low penetration air filter) zum Einsatz. Die über der gesamten Schutzzone platzierten Filterelemente tragen durch die hohe Filterfläche zu einer Verringerung des Filteranfangsdrucks bei. Filter sollten in jedem Fall regelmäßig auf ihre Dichtheit überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Ziel ist es, im Operationssaal oder einer anderen medizinischen Einrichtung Sicherheit für Patienten und OP-Team bestmöglich zu gewährleisten. Nur optimal aufeinander abgestimmte Luftfiltertechnik-Komponenten können höchste Sterilität garantieren und zur Reduktion von gefährlichen luftgetragenen Partikeln und Keimen und daraus resultierenden postoperativer Infektionen beitragen. Folgen, wie eine längere Genesungsphase, eine Verlängerung des Krankenhausaufenthalts oder eine Erhöhung des Sterberisikos, sollen minimiert werden. Dazu erstellt Marchhart ein auf Ihren OP zugeschnittenes Reinluftkonzept, bei dem die gewünschte Raumklasse, Strömungsart und -richtung, Luftgeschwindigkeit und Raumtemperatur berücksichtigt werden.